. . . ein Schreib-Gespräch als Gedanken-Tanz ?!

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Anlass :

´Sternstunden Philosophie´- yt:  Die Entgiftung der öffentlichen Kommunikation   … eine gute Anregung für die Gesprächskultur hierzulande

 

Diese Anregung beschäftgte sich für meine Begriffe sehr spannend mit den Scheuklappen-Vorstellungen, die unsere Aufmerksamkeit so flächendeckend mit Beschlag belegen, dass gute Gespräche im öffentlichen Raum kaum mehr zustande kommen.

Denn gute Gespräche, so Gesprächsteilnehmer Bernhard Pörksen, könnten schließlich im Kern zeigen ,

„wie schön ein Dialog ist. – Ein Dialog ist gewissermaßen ein Tanz des Denkens“.

 

Ein Stück aus der Diskussion darüber:

 

Nochmal zum Thema:…………………

Der Ansatz ist gut. Für meine Begriffe kommt er zu spät. Das hätte man schon Jahre vor 2015 öffentlich und regelmäßig diskutieren sollen. Wenn der öffentlich rechtliche Sender so etwas bringt, sollte man genau hinhören. Herrn Pörkens „Ausrutscher“ über Klimaleugner ist so gesehen eine Bagatelle, weil er selber zugibt, dass wir das automatisch machen, jemanden in eine Schublade stecken.

Was mir aufgefallen ist, sie reden mit einer Selbstverständlichkeit von unserer Gesellschaft. Das ist nicht unsere Gesellschaft. Das ist eine von langer Hand geplante, auf biegen und brechen und nur zum kommerziellen Zweck, zusammengewürfelte Gesellschaft mit all ihren Problemen, die wir jetzt an jeder Ecke haben und bei der wir nicht gefragt wurden. Vielen scheint das wie mir, erst seit 2015 bewusst geworden zu sein. Jetzt verstehe ich auch den Grund der Sendung. Erst schmeisse ich alle Ethnien mit aller Gewalt in einen Topf und dann setze ich so eine Sendung ab und spiele den guten Samariter, wo ich vorher (als öffentlicher Sender) alles niedergemacht habe, was sich dagegen gesträubt hat. Das hat für mich die gleichen Züge und wahrscheinlich auch Folgen, wie damals die Zwangsmissionierung der kath. Kirche in der ganzen Welt.

Man versucht hier den Menschen einzutrichtern, dass alle Menschen gleich sind, was nur die Spezifikation betrifft. Wir sind alle verschieden und noch individuell dazu und natürlich sehen sich viele einer Volksgruppe zugehörig. Die Türken sogar noch in der dritten Generation, so wie ich meine türkischen Freund verstanden habe, mit denenich übrigens offen über solche Themen reden kann.

Wenn wir alle Gleich sein wollen, dann müssen auch alle Menschen gleich behandelt werden. Das ist aber nicht so. Du kannst nicht umgekehrt als Deutscher, Engländer, Rumäne usw. z. B. in die Türkei ziehen und Hz4 beantragen und fordern, dass die Türken sich in Zukunft den Rest deines Lebens um dich kümmern sollen. Auch sehe nirgends in diesen Ländern, ausländische Mitbürger in deren Parlamenten sitzen und mitregieren. Oder kennt jemand von Euch auch nur einen Deutschen, Engländer, Rumänen usw. der im türkischen, marokanischen, saudiarabischen Parlament sitzt.

Ich hoffe ihr versteht, was ich meine.

…………………………..>>>meine Antwort:

Warum, X, sollte man versäumtes Sich-Verständigen über eine Gesprächskultur, in der alle miteinander einen vielfältig gedeihlichen, weil repektvollen ´Tanz der Gedanken´ pflegen, nicht jederzeit beleben können, wenn man es denn endlich als wertvolle Zielsetzung erkannt hat ? Ich kann da kein ´zu spät´ erkennen . . .

Meine Definition für ´Gesellschaften´:

– sie sind Menschengruppen in immerwährender Veränderung,

– die in so oder so definierten politischen Gemeinwesen angestammt wie hinzuerobert und -gezogen die ganze oder meiste Zeit ihres Lebens zu Hause sind,

– während ihre Lebenskreise als Handels- wie mehr oder minder kriegerische Bündnispartner und Touristen, Abenteurer oder Vertriebene sich fallweise oder regelmäßig über große Teile des Globus erstrecken können.

Dass Gesellschaften Menschengruppen mit gemeinsam geteiltem Zuhause in Gemeinwesen X, Y, Z sind – also mit ihrer Lebensorganisation in vielschichtiger und unablässiger Bewegung , wie sie alle anderen Gesellschaften auf dem Planeten auch kennzeichnen – , bewahrt keine von ihnen davor, dass nicht alle Gesellschaftglieder an den jeweils stattfindenden Veränderungen eben gerade nicht die gleiche Freude, weil vergleichbare Vorteile haben !!

Man kann sich möglichst hohe Abgeschlossenheit wünschen –

Ob sie sich auch realisieren lässt, hängt von den inner- wie zwischengesellschaftlichen Prozessen ab, die wir selbst und andere durch unsere/ihre Lebensvollzüge im einzelnen anstoßen

– manches davon findet sich interessengebunden-gezielt verursacht, anderes auf dem Wege von Neben-Effekten, die man entweder nicht im Blick hatte oder nicht verhindern konnte . . .

 

Du machst der SRF-Sendung, von der wir hier reden, zum Vorwurf, dass sie die, die die stattgehabten Zuzüge von außen abgelehnt haben und ablehnen, jahrelang im Chor einer dienstbaren Medienlandshaft „niedergemacht“ hätte, umden Menschen jetzt falsche Gleichheitsparolen ´einzutrichtern´.

Kann es sein, dass Sendungen, die die Denkkultur von Menschen anregen wollen und dafür durchaus beachtliche Formate liefern, sich weder an irgendwelchen Niedermachtereien noch an Eintrichtereien beteiligen ? Alles in einen Sack und blind draufhauen – das kann´s ja wohl nicht sein . . .?!

 

Ich stimme Dir zu: Zuwanderungs-Kritiker wie Du, werden von Andersdenkenden Mitbürgerinnen, Partei- und Medienvertretern in nicht selten niedermachender Weise kritisiert und an Pranger gestellt. . .

Ich sage Dir aber auch: es dreht mir oft und oft den Magen um, wenn ich viele der Parolen höre, mit denen man sich auf Seiten von Zuwanderungs-Ablehnern wehren zu müssen glaubt.

Denn diese bewegen sich in immer bedenklichem Umfang bis hin zur Bürgerkriegsbereitschaft, um innergesellschaftlich gar mit Waffengewalt zu erzwingen, wofür man keine Mehrheit zusammen bekommen wird.

Und diese Parolen und Positionen propagieren in einem Maße Rang-Skalen unter Menschen, das mich vor allem deshalb schaudern macht, weil nur die Leiden der eigenen Gruppe im Blick und in Rücksicht sind !

 

Zum einen, denke ich, haben Minderheiten keinen Anspruch darauf, den Rest der Gesellschaft einer Erzwingungspolitik auszusetzen.

Das gilt aus meiner Sicht nicht anders für die denkbar kleinen Gruppen von Reichtums-Usurpatoren, denen in wahnwitziger Machtbesessenheit der Untergang von Vielen und Vielem gerade recht zu sein scheint !

 

Zum anderen ist nicht zu übersehen, dass unsere Gesellschaft  sich  – staunenswert hasenfüßig und konsumverführbar –  kommunikativ im Austausch ihrer verschiedenen Gruppierungen offenbar kein nennenswertes Stück Findigkeit zutraut – sondern andere ihre Welt einrichten lässt. . . !

 

Dagegen einfach nur anzubrüllen bis hin zu Waffeneinsätzen zeugt von allem anderen, nur nicht von Kraft und produktiver Wirksamkeit !

Wer, wie nahezu alle Gesellschaftsglieder in den meisten Ländern heute, einfach nur geschehen lässt, dass die verschiedensten politischen Regelungs und Gestaltungs-Versäumnisse sich häufen, gefährliche Schieflagen der Systeme entstehen und man sich um die Lebensperspektiven allzu vieler Menschen einfach nicht mehr bemüht, der liefert mutlos an irgendwelche Entscheider aus, was seiner ganz ureigenen Würde gemäß im Kern in seine Hände gehört, denn er bzw. sie sind die Auftraggeber der schließlich wählbaren Polit-Akteur/innen.

 

Und dass wir hierzulande und anderswo lange errungenerweise immerhin Wahlentscheidungen haben, ist ein hohes Gut !!

Also jammern und brüllen wir nicht, setzen wir uns zusammen und reden uns die Köpfe heiß in alle belebendem Austausch darüber, wie wir´s alle zusammen uns besser einrichten könnten ! ! !

Denkst Du bitte nochmal darüber nach, warum irgendein Wesen ´Vorrang´(!!) vor irgendeinem anderen besitze sollte ?

Klar, ich und die Meinen, die näheren wie die weiteren, sind mir am nächsten, ´uns´ gilt die erste und letzte Sorge . . .

– aber bedenkenlos im Zweifelsfalle einfach auf Kosten anderer, auf deren Würde und Lebesrecht keine Rücksicht zu nehmen wäre, je nachdem, wie weit unter mir ich sie anmaßungsvoll in meinem Weltbild ansiedele ? ? ?

Es stünde uns gut zu Gesicht, wären wir unendlich dankbar dafür, dass im europäischen Kulturkreis über die Jahrhunderte hinweg eine vieles tragende Verständigung darüber stattgefunden hat, welches Faszinosum im Werden eines jeden Wesens liegt, dass das, was sich da jeweils individuiert, eine Würde ausstrahlt, von der die aller anderen Wesen wechselseitig sich beschenkend lebt.

Oft erst haben wir davon noch eine nur theoretische Ahnung, beruhigen uns darüber, dass Verfassungsparagraphen schon für ihre Wahrung sorgen würden, treten sie aber im Grunde sämtlich immer wieder auch mit Füßen – nach innen und vor allem in unseren äußeren Vorteilsnahme-Verhältnissen . . . – und spielen zur Selbstentlastung unsere Sündenbockspiele …

 

Nie aber, X, ist für die Frage nach der Angemessenheit von Idealen relevant, dass schließlich niemals alle und besonders nicht andere Gesellschaften diese Ideale nun einmal nicht einhalten, obwohl immerhin ein paar Schimmer davon bei uns Geltung gefunden haben . . .

 

 

 

Wo Menschen in unserer Gesellschaft Wichtiges entbehren, wo andere sich auf ihre Kosten besonders bequem einrichten, kann und darf es unter uns, finde ich, nicht um ´Auf-Kosten-Kopien´ nun einfach zu Lasten noch schlechter gestellter bzw. stellbarer, als Rivalen erlebter Mitmenschen gehen !

Unsere gesellschaftlichen Potentiale hierzulande gehören zu den staunenswertesten der Welt !

– und wir sollten nicht fähig sein, uns kommunikativ zu befähigen, unsere Lebensverhältnisse klüger als zur Zeit zu bauen ? ?

 

Nichts spricht doch dafür, gar vermittels einer angstverbreitend grölenden und Waffeneinsätze einbeziehenden Revolte denen nur weiter das Feld zu lassen, durch die wir uns (ggf. sogar entehrungsreich) konsumbetört unsere Kräfte verunklaren lassen . . . ! ! !

 

 

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