Die Frage nach den Aussichten …

Kenfm:

kj-szar

Im Gespräch: Julia Szarvasy (Moderatorin und Bürgerjournalistin) >

 

gw /  mein Kommentar:

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Julia Szarvasy und Ken Jepsen,

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ich schätze die Blickerweiterungen, die Ihr mit Eurer je persönlichen Art von kritischem Journalismus schafft, und beantworte die von Euren Arbeiten ausgehenden Impulse gern auch mit eigenen Anregungen.
Wie in diesem Interview fragt Ihr auch sonst verschiedentlich: „Kann der Mensch die Kurve bekommen?“
Mir erscheint diese Frage denkbar kontraproduktv.
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Gegenfrage: Gäbe es für ´den Menschen´, also diese Spezies oder auch nur für irgendeine andere, denn wirklich auf diesem Planeten wie im Kosmos so etwas wie eine gemeinsame ´Aufgabe´, der gegenüber ein ´Genügen´ oder ´Ungenügen´ auszumachen wäre ?

Hängt denn nicht alles Existente in seinem täglichen Existenzvollzug am Wechselwirken mit allem Übrigen, in einem nun einmal unaufhebbar nicht auslotbaren Kontinuum von bedingungsloser wie symbiotischer bis parasitärer, wechselseitig auch um den Preis umgewandelter Existenz nährender, Nutznießerschaft und Hervorbringungskraft, einem Kontinuum von zeitlich wie räumlich nur hochdivers zu gewinnendem Begreifen und einem sich nicht selten entziehend irrläuferndem Umwegs-Gebaren – p l a n e t e n w e i t e `St e u e r u n g´ denkbar unaufhebbar a u s g e s c h l o s s e n ?

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Vgl. etwa Hans Peter Dürr / Das Geistige ist die treibende Kraft   (yt https://www.youtube.com/watch?v=lrgQakHPRP8 )

Am Anfang war die Potenzialität, nicht der Urknall – er ist schon deren Wirkergebnis, nicht anders als die Naturgesetze …

Die Wirklichkeit ist Potentialität, die noch nicht Materie ist, noch nicht Substanz, aber schon Gestalt hat

Wirklichkeit lässt die Möglichkeit der Gestaltung zu:
die Schöpfung der Welt im nächsten Augenblick ist immer ein Gesamtkunstwerk, an dem alles beteiligt ist.

Am Anfang ist eine Gestalt, etwas, was zusammengehört, keine Teile, etwas, das sich im Lauf der Evolution zu immer Konkreterem herausbildet – quasi anfängt zu gerinnen…
Wir nennen das dann Materie …

Materie ist geronnener Geist, dem nichts Neues mehr einfällt, genau der Teil der Evolution, der sich nicht mehr an der Evolution beteiligt, sklerotisiert ist…

Leben ist viel fundamentaler als Materie d.h. das Prozesshafte, das Kreative, das sich dauernd Verändernde…

… nicht Evolution, sondern Neuschöpfung in jedem Augenblick

Es gibt nichts Unabhängiges:
Alles ist von Anfang an miteinander verknüpft – wie das Spiel eines Kindes, das mit einer gewissen Vorahnung davon, was es eigentlich spielen will, spielt, nicht mit bestimmtem Ziel, sondern innerhalb eines gewissen Kontextes – und es entsteht etwas…
…weil alles in der Welt mit dem Ganzen immer verbunden ist, hat alles eine Erinnerung, in was es eingebettet ist…
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K ö n n t e   e s   n i c h t   s e i n,    dass Unzählige heute ihr Stolpern über scheinbar berechtigt aufzuspießende Mantren der jeweils anderen zu ihrem Tagesgeschäft machen, weil sie sich nicht trauen, wie Kinder ahnungsvoll selbstvergessen zu spielen und so gleichsam traumwandlerisch mitzuentfalten, was da zwischen den Spielenden zu neuer Gestalt gerinnen könnte . . . ?
Dass ihr wechselseitiges Gehacke den Profiteuren von Fehlentwicklungen machtpolitisch in die Hände spielt und von diesen Händen auch befeuert wird, enthebt sie schließlich nicht der Entscheidung, ihr Spiel mit Mut oder mutlos einfach nur auf der Vorwurfsschiene zu halten oder sich endlich ernsthaft mit Alternativ-Konstruktionen zu beschäftigen . . . und mit ihrer Umsetzung zu beginnen . . . – über die Bildung von Bürgerkreisen etwa. . . !?!
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Um noch einmal Dürr anzuführen (Ganzheitliche Physik  yt https://www.youtube.com/watch?v=0TxsLCgGOuk):

„Wir müssen lernen, Wirklichkeit zu erkennen a u c h durch Intersubjektivität: nicht durch Objektivierung, wo wir uns daraus zu rückziehen, uns abkoppeln …

Wir haben einen Zugang zu den Dingen, den wir durch Intersubjektivität haben.

Wo zwei so intensiv miteinander diskutieren, dass sie quasi dieselben Bilder in dieselbe Landschaft gucken und dort große Entdeckungen machen, haben sie eine innere Kohäsion, dann verdichtet sich allmählich, was an verschiedenen Betrachtungsweisen zwischen ihnen im Spiel ist.
Dieses beiden u.U. mit einem Mal aufscheinende gemeinsame Bild dann wieder im Bereich der jeweils eigenen Betrachtungsweisen wirksam werden zu lassen, wäre Voraussetzung dafür, dass beide je auf ihrem Wege bei der gleichen Entdeckung ankommen: Ko-Kreativität ist entstanden.
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Also hören wir auf, die selbstorganisatorisch-kokreative (autopoietische) Qualität von Wirklichkeit mit weltumspannender Planung überformen zu wollen, so etwas wie planetare ´Rettungen´ postulierend, Messlatten-Logiken verfolgend, Abkommens-Fetischismen hinterher- wie voraus-hechelnd und von Öko-Diktaturen phantasierend . . . ! !

Begreifen wir, dass wir keine …KRATIEN brauchen, sondern AUTOPOIETIEN !

https://diskursblickwechsel.wordpress.com/2019/11/25/autopoiesis-statt-kratie/

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Und begreifen wir, wieviel, gute Selbstorganisation wir system-politisch mit ein paar grundlegend neu ansetzenden Struktur-Elementen auf den Weg bringen könnten, statt des bisherigen, sich Jahr für Jahr aufblähenden Regelungs-Dickichts:   

–   nichts geht nur ´groß´!

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–   noch einmal Dürr:

„Ich glaube überhaupt nicht daran, daß man die globalen Probleme auch global lösen kann. Auch die Natur löst globale Probleme, indem sie lokal etwas verändert, auf eine solche Art und Weise, die allmählich in größere Dimensionen hereinwächst.“

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