Wenn Wahlen Ausrufezeichen zu grundlegend veränderungs-bedürftigem Denken setzen . . . / 1

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Wie absurd:    sobald im Wege verschiedentlich fataler Anklänge politische Gegnerschaften entstehen und Wähler/innen anziehen, die wachsend  aggressiv mit ausgrenzenden Identitätsfragen operieren, reagiert man mehrheitlich panisch und überschlägt sich in kontraproduktiver Bekämpfungs-Rhetorik . . .

 

Warum nimmt man stattdessen nicht ernsthaft antwortbereit von weniger fatalen Denkquellen her auf, was da ganz offenbar gesellschaftlich sperrt und verschachtelt  im Spiel ist – sich mal direkt, mal verschrägt artikuliert   …. ?

 

 

Natürlich verschieben sich durch den globalisierungs-forcierten Wandel der Wirtschafts- und Lebensweisen seit Jahrzehnten in allen Teilen der Welt gewachsene gesellschaftliche Bezüge, Stellungen und Geltungen.  Da verliert sich letztlich für alle, aber in doch recht unterschiedlich gravierendem Maße nicht eben Weniges.

Denen, die neue Gewinne ins Auge fassend voranstürmen, erscheint das seit Jahrzehnten offenkundig kaum weiter beachtenswert  ebensowenig wie diejenigen, deren Aussichten darüber schmal und schmaler werden, weil materiell wie ideell schmerzhaft befremdlich offenbar keiner sie einbeziehenden  Gemeinsamkeit mehr wirklich wert . . .

 

A l s    S  o u v e r ä n     der all diese Prozesse befördernden Entscheidungen können sich die   B e v ö l k e r u n g e n    dieser Welt nicht einmal dort, wo sie wie auch immer geartete demokratische Verfassungen ihr Eigen nennen, mehr fühlen . . .

Und je länger je mehr melden sie das auch über ihr immerhin zuweilen einziges Ausdrucksmittel   – ihre Wählerstimme –   an ihre Polit-Akteure zurück:     s i e    z e r l e g e n    und   v e r s c h i e b e n    halb aufrüttelnd, halb gefährlich-regredierend die tradierten   M a c h t g e f ü g e   i h r e r   R e p r ä s e n t a n t e n .   Aktuell in Thüringen so    s y s t e m – s p e r r e n d     wie noch in keiner bundesdeutschen Wahl .

 

Ein   P a r l a m e n t a r i s m u s    jedoch, in dem   d e r    S o u v e r ä n    nurmehr   a l s    D e n k f i g u r   vorkommt, …

… in dem sich stattdessen einfach   P a r t e i e n   mittels nichts als summierter Wählerstimmen, ohne sich um wirkliche Repräsentanz zu kümmern, als zu Regierungs- bzw. Oppositionsbildung beauftragt begreifen . . . ,    –   ein solcher Parlamentarismus   v e r f e h l t,   was Demokratie sein sollte oder könnte, je länger, desto gravierender .

P a r t e i e n,   die gar zunehmend ratlos darum kreisen, durch welche wie akzentuierte Programmatik sie sich am stimmen-trächtigsten positionieren könnten und die allenfalls im Nachklapp ihres Gesetzgebungs- und Regierungshandelns via Meinungs-Umfrage ihren ´Marktwert´ beobachten, um geeignete Selbstdarstellungs-Kosmetik zu betreiben,   e r r e i c h e n    logischerweise    i h r e   W ä h l e r   n i c h t   mehr   –   und:   sie   v e r l i e r e n   s i c h    s e l b s t .

 

Offenbar kapieren sie über Jahre hinweg fast vollständig nicht, dass die je länger, je unbeirrteren Selbstbeweihräucherungs- wie Haltungs-Beschwörungs-Formeln unzähliger Polit-Akteure des Landes auf allen Ebenen …   –  und:   die alten Mantren nicht länger in eine Welt passen, …

… an deren Zustandekommen man   – ebenso kräftig wie ein Stück weit blind –  mitgewirkt hat, …

… deren in immer größeren Teilen immense   I n a d ä q u a t h e i t    man aber   w e d e r   wirklich   s e h e n    und erst recht   s i c h   n i c h t   z u r e c h n e n   lassen will . . .

 

Wo bleibt die Einsicht, dass diese Inadäquatheiten   a n d e r e   P a r t e i – F u n k t i o n  e n   erfordern als bisher und mittlerweile an der Tagesordnung (!),…

…  dass sie    a n d e r e   F u n k t i o n s s t r u k t u r e n    eines umzuakzentuierenden   P a r l a m e n t a r i s m u s  erfordern (!)   …

… und    a n d e r e    G e l d –  und   E i n k o m m e n s – O r d n u n g e n  in   s o z i a l g e d e i h l i c h    n e u    akzentuierten   ö k o l o g i s c h – ö k o n o m i s c h e n   Kontexten (!)  ?

 

Es ginge darum, die   A u f w a n d s – Ü b e r s c h l a g u n g e n   und   D i s f u n k t i o n a l i t ä t e n    von heute obsolet zu werden lassen und   n e u e    E n t s p a n n t h e i t e n    in das   Z u s a m m e n w i r k e n    aller    v o r   O r t    wie   z e n t r a l   mit zeitgemäß   w a n d l u n g s – o f f e n e n    I n n o v a t i o n s – V o r s t e l l u n g e n    zu bringen  . . .  –  nicht zuletzt auch dort,  wo   i n t e r n a t i o n a l e    F r i ed e n s t a u g l i c h k e i t     in Rede zu stehen hätte . . .  ! !

 

 

Konzentrieren wir uns für heute auf Parlamentarismus und Parteien:

 

Bürger/innen wählen ihre Repräsentanten  –  da kann sich unser Verhältniswahlrecht sehen lassen.

D i e   da   W ä h l b a r e n   sollten jedoch allenfalls zur Hälfte (!)  seitens der Parteien festgelegt werden können  –  zur anderen Hälfte sollten sich Bürger/innen diesen Listen einfach informell per Eintrag und persönlicher Ziel-Präsentation zuordnen und so wählbar werden können, sofern ihr polizeiliches Führungszeugnis das zuließe und die jeweiligen Listenführer keine Einwände hätten.

In den   P a r l a m e n t e n   könnten und sollten die über diese Listen Gewählten jenseits jeden Abstimmungszwanges ruhig in Fraktionen organisieren, aber ohne die heute so fatal alles zementierenden Fraktionszwänge.

Sämtliche   R e g i e r u n g s m i t g l i e d e r    wären   p a r l a m e n t s s e i t s    zu   w ä h l e n,  ggf. auch zwischenzeitig konstruktiv abzuwählen.  Die Einflussmöglichkeiten des Parlaments auf die Regierung würden so gestärkt  –  das Korsett vorgängiger ausgeprägter Koalitionsvereinbarungnen würde vermieden  –  auch sogenannte Minderheitsregierungen gäbe es im heutigen Sinne nicht:  die Fraktion mit den meisten Sitzen stellte den Kanzler-Kandidaten. Dessen Minister-Kandidaten bedürften der Wahl durch das Parlament  –  das Parlament erörterte und entschiede jeweils die aktuellen Regierungsziele der Legislaturperiode im Vorfeld der Regierungswahl. . .

Das   G e s e t z e s i n i t i a t i v r e c h t    läge   a l l e i n   beim   P a r l a m e n t, bei dem die Regierung klar umrissene Gesetzes-Aufträge zu erbitten hätte, deren ausschließlich regierungsbehörden-seitige (!!)  Ausarbeitung dann wieder parlamentarischer Bearbeitung und Verabschiedung zu unterwerfen wären.

 

Die   R o l l e    der   P a r t e i e n    konzentrierte sich  inner-wie außerparlamentarisch auf Anregung und Polit-Know-How-Vermittlung, gemäß der GG-Aufgabenstellung „an der politischen Willensbildung des Volkes mitzuwirken“  !

Parteien hätten inner- wie außerparlamentarisch durch ihre Akteure für den in ihnen jeweils spezifisch gebildeten politischen Willen und dessen gesellschaftliche Erörterung zu wirken und nicht als Regierungs- oder Oppositions-Sachwalter  (beides allein Aufgabe der gewählten Abgeordneten ohne Bindungen an Partei-Direktiven !)

Zentrale   A u f g a b e   der Parteien wäre die beständige   I n i t i i e r u n g   und   B e l e b u n g     g e s e l l s c h a f t l i c h e r    D e b a t t e n r ä u m e   –  medial wie unmittelbar kommunikativ mit Hilfe von Bürgerkreisen bis hin zu (Los-) Bürgerversammlungen, die als mit den Parlamenten in bürgerschaftlichen Austausch tretende   A u d i t a t i v e n   die immer wieder hergestellte Bindung des Politgeschehens an den Souverän zu gewährleisten hätten !

Wahlergebnisse drehten sich nicht länger um´s Regieren oder Opponieren jeweils durch Wahlen so oder so (um)gewichteter Parteien-Macht. Wahlergebnisse spiegelten vielmehr  die gezielte Auswahl von Personen, die davor persönlich kenntlich gemacht hätten, um welcher Gestaltungsziele willen sie je individuell und aktuell antreten möchten, die man folglich auch jeweils in den Bürgerversammlungen des Landes in ganz konkrete Diskurspflicht nehmen könnte . . .

 

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Solange Thüringen beispielsweise, wie letztlich auch die ganze Republik, den geltenden Gesellschaftsvertrag nicht entsprechend etwa solchen Vorstellungen ändert …
…legt das aktuell system-sperrende thüringische Wahlergebnis folgendes Verfahren nahe :

 

–   der Listenführer der stärksten Fraktion  – im aktuellen Falle Thüringens:  Ramelow –  sucht sich im Wege von ressort- wie gesamtregierungsspezifischen Zielklärungs-Gesprächen seine Kabinettskollegen zusammen und stellt sich und sie im Landtag zur Wahl .

–  der Landtag erörtert Marschrichtungsklärungen für die anbrechende Legislaturperiode und verständigt sich vermittels einer Liste von Ziel-Konsens-Beschlüssen darüber, wie weit er dabei was vermutlich auf mit den Weg bringen wird . . .

–   koalitionäres Machtdenken wird dabei weitgehend obsolet  –  die Regierung ist im Laufe der Legislaturperiode entweder in der Lage, für ihre Aktivitäten nach innen wie außen hinreichende Parlaments-Mehrheiten zu gewinnen   –  oder es wird zu konstruktiven Misstrauens-Voten kommen . . .

–   parallel organisieren die Parteien Bürgerkreis- & Bürgerversammlungs-Treffs zur Belebung der gesamtgesellschaftlichen Debattenkultur mit Anregungskraft tief hinein in die Institutionen . . .

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