OFFENER BRIEF – Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

23.11.2018

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,


Ihr Eintreten vor 2 Tagen am 21.11.18 im Bundestag für einen weltweiten Pakt zugunsten einer ´sicheren, geordneten und regulären Migration´ bleibt mir  ein Rätsel:
Sie erklären es als im ´wohlverstandenen Interesse Deutschlands´, für weltweit vergleichbar menschenwürdige Migrationsbedingungen zu sorgen  –  dies multilateral zu verabreden.  Klingt zunächst positiv.


Jedoch:  Selbst wenn dergleichen eine halbwegs realistische Zielvorgabe darstellte, bedürfte es dazu einer völlig anderen Fassung und keines Papieres, das alles mehrfach wiederholt und dennoch in wachsende Unschärfen hinein variiert und das Überwachbarkeit letzten Endes   v o r   alles Humanitäre stellt (was immer man darunter verstanden wissen will)  !
Deutsches Interesse an dergleichen sehe ich nicht, sofern ein solches mit ´Steuerbarkeit´ in eins gesetzt wird  (= für mein Begreifen Haupttenor des Pakts).  Steuerbarkeit  m u s s   angesichts der Zahlen und Problemlagen fraglos  Illusion bleiben !   …  Also sollte man damit auch nicht winken !

mp-merk

 

Ich  w i d e r s p r e c h e :

Es   m u s s   deutsches und EU – I n t e r e s s e , ja, es muss   P f l i c h t   sein  (da liegt unser Aktionsfeld !),  den übergroßen historischen wie aktuellen (!) Ursachen-Anteil endlich aus der Welt zu schaffen, den u.a. Deutschland wie die EU daran tragen, dass politische Verfolgungen, Kriege und Elends-Strukturen zig Millionen Menschen aus ihren angestammten Lebensräumen hinauszwingen.

Also:
–  Treiben wir endlich Handel auf Augenhöhe, erlauben insbesondere den am meisten europa-abhängigen Staaten Afrikas, ganz wie wir das auch getan haben, mit Hilfe von Schutzzöllen ihren Volkswirtschaften einen Wettbewerbs-Ausgleich zu verschaffen und lassen wir deren Produkte und Leistungen zollfrei hierher!

–  Verzichten wir auf jede Art von Waffenhandel nach außerhalb der EU.

–  Und hören wir auf, mit Druck erreichen zu wollen, was wir gerne hätten.

–  Zahlen wir fair für das, was wir brauchen oder einfach nur haben wollen und zwingen wir Rohstoffbesitzer nicht länger in die Beschränkung auf Rohstoffhandel !

–  Die Probleme sind dadurch verbreitet und deshalb groß, dass wir sie so verbreitet überhaupt erst mitgeschaffen haben und dass wir uns angewöhnt haben, ihnen auch rundum verbreitet und groß, also tendentiell unangemessen standardisiert und multilateralisiert,  beikommen zu wollen.
Unser diesbezüglicher multilateraler Machbarkeitswahn ist extrem aufwändig und vollzieht sich zudem über die meisten Köpfe, um die es ja gehen soll, hinweg !

Außerdem kann dieser Machbarkeitswahn ja nicht wirklich überdecken, wie phantasielos wir an Wirtschaftsordnungs-Fragen herangehen, uns jenseits von Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit nichts vorstellen können, uns einzureden wissen, dass wir die Welt ja insgesamt so voranbrächten  –  als Welteister im Ignorienen von Fremdinteressen, die ja offenbar niemals so hoch wie unsere eigenen zu veranschlagen sind (?)  …

Wann endlich wird uns klar, dass wir auch hier extreme Ressourcen-Verschwendung betreiben ?  (Wie oft, wenn Sie ehrlich Um- und Rückschau halten ´kreißt der (Gipfel- & Konferenzen-) Berg Jahre und Jahre und gebiert kaum mehr als eine Maus´ –  nicht selten gar  so etwas wie Gift-Vipern immerhin mit hochglänzender Haut?!

Lesen Sie doch bitte den Text des da von Ihnen propagierten Multilateral-Paktes  so, wie Sie als Wissenschaftlerin lesen würden, nicht als Politikerin, die sich darin geübt hat, Disparates in möglichst verwaschenen Formeln zusammenzubinden, statt dazu zu stehen, dass sich manches glaubwürdig hilfreich einfach nicht zusammenbinden lässt !!
–  Sie müssten sich schütteln wie ich…  –  angesichts der da vorwärts wie rückwärts verrührten ´Häppchen´ aus noch den widersprüchlichsten berücksichtigbaren Positionen samt den ihnen zugeordneten Leerformeln ….
Klare Kompromisse über das, was wer wie anzupacken bereit ist bis zu welcher Grenze,  wären etwas völlig anderes als das im Pakt-Papier Vorgelegte !

 

Ermöglichen wir doch endlich Menschen, die in ihren angestammten Heimaten nicht mehr leben können, individuelle Förderkontakte, wo immer sie neue Heimaten für sich suchen !

Medium dafür:   geeignet zu konstruierende, staatlich-öffentlich gut gebaute und kontrollierte Internet-Vermittlungs- & Fonds-Plattformen.

Betrieben von Deutschland wie den EU-Ländern gemäß ihren jeweiligen Landes-Entscheidungen  –   zunächst einmal für alle unmittelbaren MIttelmeeranrainer und sämliche Menschen des von Europa seit 500 Jahren reichlich gebeutelten Afrika .

So ließe sich der Zuzug überschaubar halten und Probleme und Möglichkeiten hier wie in Heimatnähe in zahlreichen Alternativen angehen !

Für die einen ergäbe sich so ein wenigstens halbwegs gedeihliches Fußfassen mit neuen Selbstorganisations-Elementen in ihren alten Nachbarschaften.

Für die anderen eines weit weg, etwa hier  in D und allen Ländern, die sich über solche Plattformen erreichbar machten  –  auf Zeit oder auf Dauer und als Brückenbauer/innen in die Regionen und zu den Menschen, mit denen sie vor ihrer Verelendung ihr Leben geteilt haben und alte Vertrautheiten vermissen!

 

NFDU

Und wir bekämen es nicht mit als Verwalteten noch einmal weiter Traumatisierten zu tun, sondern mit aktiv und voller Phantasie-Lust Kontaktierten und kooperativ zu neuem Fairplay Aufbrechenden !
Wer dergleichen wollte, erhielte Vorbereitung in Primär-Flucht-Oase X und persönliche Begleitung beim Ankommen hierzulande, nähme niemandem hier etwas weg  –  denn er träfe auf freiherzige Anbieter/innen…zu neuen Lebens- und Wirtschafts-Kooperationen, statt auf oft frustrierendste Bürokratie und politisches Gezänk um Status- und Leistungsgewährungsfragen.
Wer dergleichen nicht wollte, für den bestünden über die hier vorgeschlagenen Plattformen entsprechende Spielraum-Ermöglichungen in Flucht-Oase X in Heimatnähe.

D a s   müssten die Horizonte von Zuwanderungsgesetzen werden  –  keine Brain-drain-Bestimmungen, wie sie derzeit in unterschiedlicher Offenheit propagiert werden.

Und   s o   wäre ´Entwicklungshilfe´ in fairen Impuls-Austausch zu wandeln –   bereits weit diesseits so oder so aufzufahrenden weltweit floatenden Investitions-Kapitals, das für Investoren-Profit weit mehr sorgt als für ein wirkliches Auskommen bis dahin in Verelendungen getriebener  Menschen in wirtschaftlich schwachen Regionen …

Werden wir persönliche Ansprechpartner, vermitteln wir sie, ermutigen wir alle persönlichen wie so oder so institutionellen Ebenen dazu und nutzen wir das Internet als so bisher noch nicht durchdachtes und instrumentalisierbares Vernetzungs-Instrument (!  –  Denken wir Digitalisierung doch einmal auch so !!!)   –   und lassen im Kontakt wachsen, was menschenwürdiges Miteinander-Umgehen wirtschaftlich wie kulturell bedeuten könnte.

Vertrauen wir auf die Findigkeit aller  –  lassen wir im Tun wachsen, was Perspektiven schafft – Punkt für Punkt im Kleinen !

Die ´Panzersperre Sozialneid´, also eine gleichsam festungsbegrenzte Rivalität zwischen angestammten und hinzukommenden Benachteiligten entstünde so erst gar nicht oder kaum…

 

Und verändern wir unsere Systeme so, dass Benachteiligungs-Trends  (die gedeihlich im Griff zu haben, wir in D wie den EU-Ländern weit entfernt sind)  baldmöglichst  ihr allen sichtbares und einleuchtendes Ende finden !  Behausen wir einander in ganz vielen Hinsichten neu !
Über Stellschraubenpolitik geht das nicht !!!    Und:  Über völkische  Phantasien erst recht nicht !!!

 

Wer bisher in der EU unter unsäglichen Anstrengungen stranden konnte, sollte ankommen dürfen und bleiben – dort, wohin er es nun einmal geschafft hat und Anbindung und Beschäftigung findet.

Daneben lässt sich danach trachten, mit ihm/ihr zusammen (auf ganz neuen Verfahrenswegen) über kurz oder lang ggf. wieder  heimatnah erste zukunftsrächtige Auskommensmöglichkeiten anstoßen zu helfen …
Denn Mauerritzen für neue Saat lassen sich immer ausmachen, wo man sie sucht …

In der mobilen Welt, die wir uns geschaffen haben, sind sogenannte Residenzverpflichtungen, also auch Verteilungsquoten nicht realisierbar.
Das zu leugnen, verschrägt verhängnisvoll Vieles.

Perspektiven ergeben sich nur da, wo Eingesessene und Neuankömmlinge mal gemeinsamere, mal distanziertere Wege suchen und gehen.
Unterschiede sind oft schmerzhaft  –  also muss es um Linderungen gehen:  für jeden gemäß seinen Bedürfnissen, wie Politik überhaupt Bedürfnisse produktiv und phantasievoll, womöglich unorthodox, aber Abhilfe anstrebend und setzend beantworten sollte…  (nicht die via Versäumnis verschrägten, sondern die allen Menschen grundeigenen !!)

Ideen-Austausch und Realisierungs-Spielraum, statt Schag-Abtausch !

– Das wäre in meinen Augen die Richtung, in die wir denken lernen sollten, damit wir auch den Klimawandelsfolgen nicht nur im MIgrationsbereich anders begegnen können als bisher !

Es gilt   – in den Elendsgebieten dieser Welt und den elends-benachbarten wie in den europäischen Fluchtoasen –  an und in den Menschen heilen zu helfen und zu lassen, dass und wie sehr ihnen auch von uns übel mitgespielt wurde und wird  …
Abschiebungen und Barrikaden heilen nichts, im Gegenteil !

vgl. auch:  gw/ Off. Brief mit Verweis auf

Kilian Kleinschmidt   –  –  LAGER ZU STÄDTEN

 

Starren wir bei nichts länger auf Grenzwerte, auf Vertragsformulierungen, auf Eingrenzungs- und Steuerungsmöglichkeiten!  Darüber entsteht je länger je mehr erschöpfend und lähmend viel ´Absurdistan´…
Wenn wir nicht ausführen, was wir uns über unsere politischen Vertreter/innen als Gesetz gegeben haben, handeln wir unangemessen  –  oder wir haben ein unangemessenes Gesetz zustande gebracht !  Letzteres mit Sicherheit keine Seltenheit!

Durchforsten Sie, bitte, mit Nachdruck die Regelungsgefüge, die Sie mitgeschaffen haben,  samt Ein- bzw. Nichteinhaltung  – Sie stehen schließlich für Beides ! –  und suchen Sie selbst wie Ihre ganz verschiedenen Polit-Kolleg/innen, bitte, nicht länger Heil in Alibi-´K ä m p f e n´  (niemand braucht solche Heroismen !) und in ´Multilateralismen´ voller Augenwischerei … !

Schaffen wir unter uns eine Atmosphäre, in der wir die Freude wiederentdecken an allem, was dieser Planet materiell wie ideell für uns bereit hält, was wir alle einander zu geben und voneinander zu empfangen hätten, wenn uns   S p i e l r ä u m e   endlich einmal annähernd so wichtig wären wie ´Steuerschrauben´.
Wo solche Freude uns trägt, mag die Fühllosigkeit schwinden, Kräfte und Mittel einfach weiter blindlings zu verplempern !!
Wo solche Freude uns trägt, mag der Reiz erwachen, einander mit neuem Eifer zu immer gedeihlicherem Kräfte- & Mittel-Einsatz anzuregen … !!!

 

Denken, kommunizieren und machen wir die Dinge einfach täglich selbstverständlicher so wenig toxisch wie möglich …
Der Effekt wird ungleich umfassender und weniger kontraproduktivitätsgehemmter sein als der Wust von gut gemeinten Steuerungsregeln, unter dem immer mehr einzelne, Unternehmen und Gemeinwesen (be)trügerisch wegzutauchen sich wechselseitig ´anstecken´…

Verständigen wir uns vorwurfsfrei über Toxizitäten, die uns unterlaufen, die wir aber, sobald sie uns bewusst werden, nicht wollen können –  mehrheitlich !  –  Und erwarten einfach im täglichen Mit- wie Auseinander als Erwerbstätige, Verbraucher, Wähler, Mitberater, Entscheider, Gestalter  /innen wechselseitig einen Aufbruch zu erkenntnisgemäßerem Tun wie Lassen!

 

Schauen wir in Korrenspondenz dazu endlich wirklich selbstkritisch auf ´unseren´ Umgang mit den Gesellschaftsverträgen etwa der in der EU zusammengeschlossenen Staaten, den wir in der Regel zunehmend aufwändig auszugestalten geeigt sind:

Wieviel Aufwand betreiben wir, in Tausenden von Rechts- & Sozialbereichen Gängelungs-Systeme zu erfinden und auszubauen, die Verhalten X konditionieren (sollen) –  und es dann doch nur in kastrierter Form ans Tageslicht zu ´heben´ oder zu pressen vermögen … ?!  Oder nennen ´Freiheit´, wo wir unangemessene Spielräume zulassen, gar für förderungswürdig halten und erklären ? !

Regelung ginge nicht grundsätzlicher und in grundsätzlicher Einfachheit lebensförderlicher ?

Regelungssysteme verführen zu mäandrischer Ausfächerung ins unüberschaubar Ziselierte, das am Ende nichts und niemandem mehr gerecht wird.  Sie gehören regelmäßig auf den Prüfstand !

Wer freilich die Welt, wer Politik als ´K a m p f´- Arena begreift, in der Abwehr- und Erreichungs-´Kämpfe´ alle Kräfte wert zu sein vorgeben, hat ein rundum  überdimensioniertes Feld zu beackern, auf dem Sebstbeweihräucherungen und Abschätzigkeiten gleichermaßen wuchern,   N ä h r e n d e s   aber zu Tode nitriert wird…

Ich bedaure sehr, mich zu Anmahnungen wie in diesen Zeilen veranlasst zu sehen:  Ich wähne keine Weltverschwörungen in Pakten wie dem von Ihnen propagierten zu weltweiter MIgrationssteuerung.
Ich stolpere jedoch über einen einmal mehr in meinen Augen irrigen Kraftakt, der nichts steuern helfen wird, da Steuerung in Gemengelagen wie jenen zig-millionenfacher Heimatverluste nicht greifen  k a n n  !

Da ist nichts zu kanalisieren, möglichst irgendwie vorbeizuleiten, von allen zusammen zu ´schultern´ trotz sehr unterschiedlichster Mitverantwortlichkeiten….

 

Ich stolpere über das nicht wirklich Grundsätzlich-Werden-Wollen, das Sie und Ihre Polit-Kolleg/innen wieder und wieder an den Tag legen, nahezu gleich, um welche Fragen es geht.

Ich stolpere über die so evozierten Gegnerschafts-Rituale, die sich messen lassen können mit unseren schlimmsten Umweltgiften…
Es sind regelrechte ´Futterberge´, die Sie damit nicht zuletzt auch regierungsseits mit aufhäufen als wohlfeile ´ Nahrung´ für alle, die Vertrautes schwinden fühlen und Vertrautheit wieder ´völkisch´ buchstabieren zu sollen glauben… – zänkisch wie in düstersten Vortagen auch !

Lassen Sie bitte ab von Multilateralismen wie dem hier alibiweise auf den Weg gebrachten Migrationspakt !

Und tragen Sie, wo immer Sie können, zu einer anderen Art von Respekt vor menschlichen Selbstorganisationsrechten & -Fähigkeiten bei !

Unterstützen Sie Vorteilsnahme-Praktiken nicht länger !

Ersetzen Sie solche in Ihrem unmittelbaren Wirkungskreis durch klare Fairplay-Vorgaben gegenüber allen, denen gleichberechtigte Spielräume zuzugestehen, uns zwar ein Umdenken und neue Handlungsweisen abverlangte, aber auch bei uns für sich positiv  verändernde Lebensqualitäten zu sorgen geeignet sein könnten !

 

Dies der drängende Wunsch, den ich Ihnen mit diesem Schreiben ans Herz legen möchte, so Sie ihn nachzuvollziehen bereit sein sollten.

 

 

Merci für Ihre Aufmerksamkeit und Beste Grüße

Gabriele Weis

 


 

vgl :  gw /  FRIEDENSHINDERNIS MULTIPOLARE  EINFLUSSNAHME-POLITIK

 

und:   Türsteher Europas – Wie Afrika Flüchtlinge stoppen soll | Doku 2018

___________________

.. und aus im Grundsätzlichen ganz ins Wirtschaftliche gedrehter Warte:

Hannes Hofbauer /  

Der neokoloniale Pakt

Der Migrationspakt der Vereinten Nationen wird wenig verbessern und vieles verschlechtern, vor allem aber eines: die migrationsauslösende Ungleichheit weiter verstärken

21.November 2018

 

Jochen Mitschka /

Das Migrationschaos

Zu den Themen Flucht und Migration verbreiten Medien und Politik pure Ideologie.

27. November 2018

 

 

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